{"id":1935,"date":"2020-12-15T14:50:43","date_gmt":"2020-12-15T13:50:43","guid":{"rendered":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/?page_id=1935"},"modified":"2020-12-16T09:35:14","modified_gmt":"2020-12-16T08:35:14","slug":"interview-mit-marco-langhof-schweissnaehte-aus-dem-home-office","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/?page_id=1935","title":{"rendered":"Interview mit Marco Langhof"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/MLanghof.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1995\" width=\"189\" height=\"187\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-ccp-light-gray-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#265c15\"><strong>F\u00fcr den Aufbau einer 5G-Netzinfrastruktur im Technologiepark Ostfalen erh\u00e4lt die Gemeinde Barleben 3 Millionen Euro Bundesmittel. Mehr als 140 vor allem mittelst\u00e4ndische Unternehmen sind im Technologiepark Ostfalen in Barleben angesiedelt. <br>Projektpartner Marco Langhof, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der teleport GmbH in Barleben, informiert aus seiner Sicht, wie 5G die Zukunft der Produktion ver\u00e4ndert.<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#265c15\"><strong>Herr Langhof, k\u00f6nnen Sie die Begriffe \u201eIndustrie 4.0\u201c und \u201e5G\u201c-Netzwerkkommunikation f\u00fcr die Nichtinsider unserer Leserschaft bitte an einem Beispiel erl\u00e4utern? Wo sehen Sie die Potentiale f\u00fcr den Industriestandort Barleben und die IT-Dienstleister Ihres Verbandes VITM?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt keine endg\u00fcltige Definition f\u00fcr den Begriff \u201aIndustrie 4.0\u2018. Am ehesten trifft es die folgende: \u201eIndustrie 4.0&#8243; ist die Bezeichnung f\u00fcr ein Zukunftsprojekt zur umfassenden Digitalisierung der industriellen Produktion, um sie f\u00fcr die Zukunft besser zu r\u00fcsten\u201c. Bei der Digitalisierung kommen die verschiedensten Technologien zum Zuge \u2013 welche genau die Industrie der Zukunft am meisten pr\u00e4gen werden, muss noch herausgefunden werden.<br><br>Allerdings: Die Industrie der Zukunft ist mit der Erzeugung, Verarbeitung und \u00dcbertragung von Daten untrennbar verkn\u00fcpft. Insofern braucht es eine Technologie, Daten an allen Stellen, an denen sie anfallen und ben\u00f6tigt werden, in der richtigen Qualit\u00e4t, Geschwindigkeit und Sicherheit bereitzustellen. Undenkbar, daf\u00fcr an alle Stellen in der Produktion Kabel zu verlegen. Und hier kommt 5G ins Spiel. In der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung spielt bisher nur die hohe Bandbreite bis zu einem Gigabit pro Sekunde eine Rolle. Hohe Bandbreite allein gen\u00fcgt allerdings f\u00fcr die industrielle Nutzung nicht. Wichtig ist die Echtzeit-F\u00e4higkeit \u2013 was nutzen viele Daten, wenn sie mit einer Sekunde  Verz\u00f6gerung ankommen? <br>Hinzu kommt die hohe St\u00f6rfestigkeit \u2013 gerade in der Industrie sind elektromagnetische St\u00f6rungen durch gro\u00dfe Motoren oder leistungsstarke elektrische Schaltvorg\u00e4nge an der Tagesordnung. Schlie\u00dflich kommt auch das gute alte WLAN bereits heute sehr schnell an seine Grenzen, wenn es um h\u00f6chste Zuverl\u00e4ssigkeit und Sicherheit der Daten\u00fcbertragung geht. Hier bietet 5G allerh\u00f6chste Flexibilit\u00e4t, um drahtlos Verbindungen sicher und zuverl\u00e4ssig einzurichten und zu verwalten.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#265c15\"><strong>Wie k\u00f6nnen in Barleben ans\u00e4ssige Unternehmen welcher Branchen und Investoren der Zukunft von dem Projekt profitieren, gibt es klassische betriebliche Einsatzf\u00e4lle, bei denen die Effekte zum Tragen kommen k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir wissen inzwischen, dass die Produktionskommunikation ohne 5G nicht zu organisieren sein wird. Das haben auch gro\u00dfe Industrieunternehmen l\u00e4ngst erkannt und erwarten bei ihren Investitionsentscheidungen, dass 5G Netze vorhanden sind. Notfalls bauen sich sehr gro\u00dfe Unternehmen auch ihre eigenen 5G Netze auf \u2013 das kann ein mittelst\u00e4ndisches Unternehmen sicher nicht \u201astemmen\u2018. Andererseits sehen wir, dass sehr viele Mittelst\u00e4ndler in komplexen arbeitsteiligen Prozessen mitwirken, die zuk\u00fcnftig ohne 5G nicht verkn\u00fcpft werden k\u00f6nnen. Deshalb ist es das Ziel des 5G Projektes in Barleben, bereits bestehende Anwendungsideen aufzunehmen, Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Praktikabilit\u00e4t \u201aabzuklopfen\u2018 und ein Portfolio an 5G Musterl\u00f6sungen zu entwickeln.<br>Schwerpunkte sind hier u.a. \u201aremote robotics\u2018 \u2013 die F\u00e4higkeit, Industrieroboter aus der Ferne einzurichten, anzulernen und zu betreuen, \u201aremote test bench\u2018 \u2013 der Fernbetrieb von Pr\u00fcfst\u00e4nden vorzuhalten und den sehr schnellen Entwicklungen folgen zu k\u00f6nnen. Im Gegensatz zu sehr gro\u00dfen Konzernen wird es also auch im Thema 5G schwer m\u00f6glich sein, auf dem Laufenden zu bleiben und die richtigen Investitionen zu entscheiden.<br>Aber daf\u00fcr gibt es ja Dienstleister und genau deshalb versuchen wir mit dem 5G Projekt in Barleben, diese Technologie auch f\u00fcr kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen ohne grundlegende Investitionen nutzbar zu machen.<br>Und so stelle ich mir vor, dass man demn\u00e4chst bei seinem Dienstleister anruft, einfach eine Verbindung von Maschine A mit Maschine B und Sensor C bestellt und Minuten sp\u00e4ter loslegen kann.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#265c15\"><strong>Wie sehen Sie, Herr Langhof, Ihre pers\u00f6nliche Rolle und die Ihrer teleport GmbH als Projektpartner und Dienstleister f\u00fcr die am Standort ans\u00e4ssigen Projektteilnehmer?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-ccp-black-color has-text-color\">IT und Telekommunikation ist in der Industrie kein Selbstzweck. Wir als Dienstleister m\u00fcssen zuh\u00f6ren und verstehen, was der Produktivit\u00e4t helfen kann. Andererseits m\u00fcssen wir aber auch immer wieder \u201ezeigen, was geht\u201c, Impulse geben und Innovation ansto\u00dfen. <br>Genau das geschieht in diesem Projekt. Auch wenn es am Anfang schwer war unsere Ideen und Visionen zu vermitteln, haben die beteiligten Industrieunternehmen innerhalb kurzer Zeit sehr genaue und ambitionierte Vorstellungen davon entwickelt, was sie von 5G erwarten. Das fordert uns heraus und diese Herausforderung nehmen wir gerne an.<\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#275c15\"><strong>Erkennen Sie Schnittstellen und Ber\u00fchrungspunkte Ihrer Arbeit zu den wissenschaftlichen Anbietern der Region? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eines ist uns im Verlauf der Projektvorbereitung immer klarer geworden: Im Thema 5G stehen wir noch ganz am Anfang. Und genau in dieser Situation ist das Zusammenspiel mit Wissenschaft und Forschung unglaublich wichtig. Daher freue ich mich sehr, dass wir mit dem ifak einen praxisorientierten Wissenschaftspartner gefunden haben, der tief in der Materie steckt und andererseits einen klaren Blick f\u00fcr realistische Ziele und Machbarkeiten hat.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#265c15\"><strong>Gibt es Kontakte und Abstimmungen mit anderen 5G-Modell-Regionen, die von der Unterst\u00fctzung des Bundes profitieren sollen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aus meiner Sicht w\u00e4re das 5G Projekt in Barleben nicht erfolgreich, wenn es allein in Barleben erfolgreich w\u00e4re. Unser Ziel ist es, ein Modell eines 5G Dienstleisters f\u00fcr den Mittelstand zu entwickeln, das f\u00fcr viele Gewerbegebiete \u00e4hnlichen Zuschnitts tragf\u00e4hig ist. Unsere Anregung an die Landespolitik ist es, solche Modelle auch f\u00fcr das Thema Strukturwandel in der Braunkohle in Erw\u00e4gung zu ziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr den Aufbau einer 5G-Netzinfrastruktur im Technologiepark Ostfalen erh\u00e4lt die Gemeinde Barleben 3 Millionen Euro Bundesmittel. Mehr als 140 vor allem mittelst\u00e4ndische Unternehmen sind im Technologiepark Ostfalen in Barleben angesiedelt. Projektpartner Marco Langhof, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der teleport GmbH in Barleben, informiert <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/?page_id=1935\">[ . . . ]<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"parent":713,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1935","page","type-page","status-publish","hentry"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1935","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1935"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1935\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2001,"href":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1935\/revisions\/2001"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/713"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1935"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}