{"id":1458,"date":"2020-07-15T11:25:38","date_gmt":"2020-07-15T09:25:38","guid":{"rendered":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/?p=1458"},"modified":"2020-10-08T17:53:48","modified_gmt":"2020-10-08T15:53:48","slug":"ihk-konjunkturumfrage-im-zweiten-quartal-2020-die-katastrophe-ist-bisher-ausgeblieben-aber-die-skepsis-bleibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/?p=1458","title":{"rendered":"IHK-Konjunkturumfrage: Die Katastrophe bisher ausgeblieben \u2013 Skepsis bleibt"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ihk_halle_dessau.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1335\" width=\"254\" height=\"77\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ihk_halle_dessau.jpg 643w, https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ihk_halle_dessau-300x91.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 254px) 100vw, 254px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>IHK Halle-Dessau:<\/strong> Die Coronakrise hat die regionale Wirtschaft hart getroffen \u2013 jetzt l\u00e4sst der Schock ein wenig nach. Die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) f\u00fcr das zweite Quartal zeigt: Nachdem das Gesch\u00e4ftsklima im Fr\u00fchjahr heftig eingebrochen war, sehen die Unternehmen im zweiten Quartal klarer \u2013 sowohl was die Sch\u00e4den aber auch die Perspektiven betrifft: \u201eDie Gesch\u00e4ftserwartungen hellen sich dabei zwar auf\u201c, analysiert IHK-Konjunkturexperte Danny Bier\u00e4ugel. \u201eDie Unternehmen bleiben beim Blick nach vorne aber skeptisch und halten sich mit ihren Zukunftsplanungen noch zur\u00fcck.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig w\u00fcrden jetzt die tats\u00e4chlichen wirtschaftlichen Folgen durch Pandemie und Eind\u00e4mmungsma\u00dfnahmen erkennbar, berichtet Bier\u00e4ugel. \u201eDie Unternehmen sehen ihre aktuelle Gesch\u00e4ftslage im Krisenquartal deutlich negativer als noch im Fr\u00fchjahr.\u201c Dieser R\u00fcckgang werde allerdings durch den aktuell weniger pessimistischen Ausblick mehr als ausgeglichen, erkl\u00e4rt Bier\u00e4ugel. Der IHK-Gesch\u00e4ftsklimaindex \u2013 hier werden Lagebewertung und Erwartungen gegeneinander gerechnet \u2013 bewege sich aufw\u00e4rts, bleibe mit -5,8 Punkten aber negativ.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor diesem Hintergrund bewertet IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Prof. Dr. Thomas Brockmeier die staatliche Unterst\u00fctzung positiv: \u201eEs war und ist die richtige Entscheidung, die Wirtschaft mit \u00f6ffentlichen Finanzmitteln kurzfristig zu stabilisieren.\u201c Aber auf Dauer k\u00f6nnten auch die massivsten Ausgaben strukturelle Verwerfungen nicht verhindern. \u201eHier brauchen wir stattdessen bald eine Wirtschaftspolitik, die mittel- und langfristig die Wettbewerbsf\u00e4higkeit unserer Unternehmen st\u00e4rkt\u201c, sagt Brockmeier. Unter anderem fordere die IHK deshalb, die Gewerbesteuer zu reformieren und die EEG-Umlage abzuschaffen.<br>  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Ergebnisse des IHK-Konjunkturberichtes im Einzelnen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der <strong>Industrie<\/strong> sinkt das Gesch\u00e4ftsklima nicht weiter ab, mit&nbsp; 10,8 Punkten bleibt der Indexwert weitgehend konstant. Allerdings ist die Gesch\u00e4ftslage deutlich eingebrochen: Mit -0,4 Prozentpunkten wird die Nulllinie unterschritten, dies war zuletzt 2009 der Fall. Auftragseing\u00e4nge, Ums\u00e4tze und Gewinne &#8211; \u00fcberall melden die meisten Industrieunternehmen Einbu\u00dfen. Der Ausblick bleibt pessimistisch, wenngleich nicht mehr ganz so d\u00fcster wie zuvor: Die Erwartungen der Unternehmen f\u00fcr die weitere Entwicklung haben sich immerhin aufgehellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim <strong>Bau<\/strong> ist eine moderate Abk\u00fchlung zu beobachten. Das Gesch\u00e4ftsklima bleibt mit 11,9 Punkten konstant und im Plus. Weil die \u00fcbliche Steigerung im Sommerquartal ausf\u00e4llt, zeigt sich saisonbereinigt ein leichter R\u00fcckgang. Die Gesch\u00e4ftslage ist allerdings auf gutem Niveau stabil &#8211; ein solides Auftragspolster gibt bisher keinen Anlass zur Sorge. Die Gesch\u00e4ftserwartungen der Unternehmen haben sich verglichen mit dem Vorquartal kaum ver\u00e4ndert, der Pessimismus \u00fcberwiegt weiterhin.<\/p>\n\n\n\n<p>In der <strong>Dienstleistungswirtschaft<\/strong> l\u00f6st sich der Schockzustand auf. Die massive Verunsicherung des Vorquartals l\u00e4sst angesichts wieder klarerer Perspektiven nach. Die deutliche Erholung bei den Gesch\u00e4ftserwartungen gleicht die verschlechterte Gesch\u00e4ftslage sogar mehr als aus. Das sorgt f\u00fcr eine Gegenbewegung im Gesamttrend: Mit -0,6 Punkten wird wieder ein nahezu neutrales Gesch\u00e4ftsklima erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den <strong>Handel<\/strong> gilt: Schock verdaut, die Zuversicht kehrt zur\u00fcck. Das Gesch\u00e4ftsklima verbessert sich auf -12,0 Punkte. Die Gesch\u00e4ftslage wird erfreulich stabil bewertet, auch wenn Gewinne und Ums\u00e4tze weiter zur\u00fcckgegangen sind. Die Erwartungen hellen sich verglichen mit dem Fr\u00fchjahr auf und liegen auf Vorjahresniveau. Trotz anhaltender Einschr\u00e4nkungen, die vor allem den Umsatz belasten, blicken die H\u00e4ndler etwas zuversichtlicher nach vorn. Das betrifft etwa geplante Investitionen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gesch\u00e4ftsklimaindex im <strong>Verkehrsgewerbe<\/strong> bleibt mit -28,2 Punkten auf einem schlechten Niveau. Die Lage tr\u00fcbt sich weiter ein und spiegelt die Krisenfolgen: Mehr als drei Viertel der Verkehrsunternehmen berichten von gesunkenen Ums\u00e4tzen, Gewinnen und Auftragseing\u00e4ngen. Mehr als 60 Prozent empfinden ihren Auftragsbestand aktuell noch immer als zu klein. Der Blick nach vorn f\u00e4llt indes etwas optimistischer aus als noch im Fr\u00fchjahr. Aber die aufgehellten Erwartungen k\u00f6nnen die negative Lagebewertung nicht ausgleichen.<br>  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zur Methodik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Konjunkturbericht befragt die IHK viermal im Jahr eine repr\u00e4sentative Stichprobe ihrer Mitgliedsunternehmen. Diese geben dabei unter anderem an, wie sie ihre aktuelle Gesch\u00e4ftslage bewerten und welche Entwicklung sie zuk\u00fcnftig erwarten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Umfragedaten aus den verschiedenen Branchen werden um saisonale Effekte bereinigt, nach Branchen gewichtet und ausgewertet. Indexwerte zeigen jeweils den Saldo zwischen dem Anteil positiver und negativer Einsch\u00e4tzungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Lesebeispiel: Wenn 60 Prozent der befragten Unternehmer die Gesch\u00e4ftslage als schlecht einsch\u00e4tzen, 25 Prozent als neutral und 15 Prozent als gut, dann betr\u00e4gt der resultierende Wert -45 Punkte. Im Gesamtindex werden Lagebewertung und Erwartungen zusammen-gefasst. Sowohl die Befragung als auch die Auswertung und Hochrechnung der Ergebnisse erfolgen nach anerkannten wissenschaftlichen Methoden. Im s\u00fcdlichen Sachsen-Anhalt nehmen regelm\u00e4\u00dfig etwa 600 Unternehmen an der Befragung teil.<br>  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>IHK Halle-Dessau: Die Coronakrise hat die regionale Wirtschaft hart getroffen \u2013 jetzt l\u00e4sst der Schock ein wenig nach. 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