{"id":3771,"date":"2022-11-08T15:50:14","date_gmt":"2022-11-08T14:50:14","guid":{"rendered":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/?p=3771"},"modified":"2023-07-21T18:01:48","modified_gmt":"2023-07-21T16:01:48","slug":"bueroflaeche-in-jena-hohe-nachfrage-kritischer-leerstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/?p=3771","title":{"rendered":"B\u00fcrofl\u00e4che in Jena: Hohe Nachfrage, kritischer Leerstand"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">(Jena, 08.11.2022) Jena bleibt f\u00fcr Unternehmen und Investoren:innen ein attraktiver Standort und die Nachfrage nach B\u00fcrofl\u00e4chen ist auch im Krisenjahr 2021 hoch. Das bekr\u00e4ftigt der siebente B\u00fcromarkbericht Jena, den die Wirtschaftsf\u00f6rderung Jena (JenaWirtschaft) aktuell herausgegeben hat und der wichtige lokale Marktkennziffern sichtbar macht. Eine der wesentlichsten Erkenntnisse aus dem letzten Jahr: Die Coronapandemie f\u00fchrte nicht zu einem R\u00fcckgang, sondern vielmehr einer Ver\u00e4nderung des Bedarfs: Die Nachfrage nach B\u00fcro- und Laborfl\u00e4chen sowie Fl\u00e4chen f\u00fcr die Vorproduktion stieg im Jahr 2021 an, w\u00e4hrend der Leerstand noch einmal um 0,7 Prozentpunkte sank und im Jahresmittel bei 1,3 Prozent lag. Dies ist der niedrigste Wert seit Start der Berichterstattung in 2016.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Patrick Werner, Projektleiter bei JenaWirtschaft, wei\u00df, welche Faktoren f\u00fcr diese Entwicklung ausschlaggebend sind: \u201eUnsere Bestandsunternehmen expandieren und ben\u00f6tigen f\u00fcr das eigene Wachstum mehr Raum. Die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen bleibt hoch, und die lokale Wirtschaft will ihren Mitarbeitenden optimal ausgestattete Arbeitspl\u00e4tze bieten.\u201c Laut B\u00fcromarktbericht wird der Gro\u00dfteil der entstandenen B\u00fcro- und Gewerbefl\u00e4chen durch lokale Firmen selbst gebaut und bezogen. Wie wichtig eine optimale B\u00fcroausstattung auch f\u00fcr Fachkr\u00e4fte ist, wei\u00df Wilfried R\u00f6pke, Chef der Jenaer Wirtschaftsf\u00f6rderung: \u201eDie Unternehmen, besonders im Bereich Digitalwirtschaft und wissensintensive Dienstleistungen, aber auch die Forschungseinrichtungen der Stadt, wachsen aus sich selbst heraus. Sie ben\u00f6tigen qualitativ sehr hochwertige B\u00fcrofl\u00e4chen, um f\u00fcr ihre Mitarbeitenden ein modernes und komfortables Arbeitsumfeld gestalten zu k\u00f6nnen.\u201c Dieser Trend, vor allem f\u00fcr das eigene Team eine optimale Umgebung zu gestalten, habe sich nach dem Abklingen der Pandemie noch einmal verst\u00e4rkt: \u201eWichtig ist die Flexibilit\u00e4t: sowohl die M\u00f6glichkeit zum mobilen Arbeiten, aber auch eine hochwertige B\u00fcroumgebung, um die Arbeitgeberbindung zu erh\u00f6hen\u201c, so R\u00f6pke.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Insgesamt betrug der gesamte B\u00fcrofl\u00e4chenbestand in Jena im letzten Jahr rund 727.000 Quadratmeter. Der geringe Leerstand von lediglich 1,3 Prozent ist laut Wirtschaftsf\u00f6rderung an einem kritischen Punkt angekommen: \u201eEs besteht die reale Gefahr, dass in Jena angesiedelte Unternehmen den Standort verlassen, weil ihr Bedarf nach B\u00fcrofl\u00e4che vor Ort weder durch Mietfl\u00e4chen noch durch Eigenbau realisiert werden kann\u201c, so Wilfried R\u00f6pke.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Der aktuelle B\u00fcromarktbericht zeige laut dem JenaWirtschaft-Chef eindr\u00fccklich, dass Jena dringend neue gewerbliche Baufl\u00e4chen ben\u00f6tigt, um zukunfts- und wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben: \u201eEs m\u00fcssen neue Fl\u00e4chen ausgewiesen und planerisch vorbereitet bzw. bestehende Restfl\u00e4chen mobilisiert und revitalisiert werden.\u201c Der hierf\u00fcr zust\u00e4ndige Dezernent f\u00fcr Stadtentwicklung und Umwelt, B\u00fcrgermeister Christian Gerlitz, betont daher: \u201eWir m\u00fcssen vorhandene Bestandsfl\u00e4chen vollumf\u00e4nglich nutzen und bereits im Fl\u00e4chennutzungsplan vorgesehene gewerbliche Vorbehaltsfl\u00e4chen z\u00fcgig entwickeln, um den Unternehmen zuk\u00fcnftig auch attraktive Fl\u00e4chen anbieten zu k\u00f6nnen.\u201c Dazu geh\u00f6ren laut Gerlitz unter anderem die zehn Hektar im interkommunalen Gewerbegebiet Rothenstein genauso wie auch Fl\u00e4chen an der Saalbahn und an der Tatzendpromenade, deren Nachverdichtung planungsrechtlich gesichert werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Neben der Fl\u00e4chenknappheit pr\u00e4gen zahlreiche weitere Herausforderungen den gewerblichen Immobilienmarkt und tr\u00fcben den Ausblick auf das n\u00e4chste Jahr: hohe Bau- und Energiekosten, Krieg, schwierige Weltwirtschaftslage, Inflation und steigendes Zinsniveau f\u00fchren laut Patrick Werner zu gro\u00dfen Unsicherheiten f\u00fcr die lokale Immobilienwirtschaft, aber auch Investor:innen von au\u00dferhalb und die Unternehmen vor Ort.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Diese aktuellen Ungewissheiten verst\u00e4rken einen Trend, der w\u00e4hrend der Coronapandemie begonnen hat: die Unternehmen \u00fcberdenken bisherige Absatz- und Beschaffungsstrategien &nbsp;und versuchen, Zulieferer zu diversifizieren: \u201eWeltweite Materialengp\u00e4sse und gest\u00f6rte Lieferketten f\u00fchren dazu, dass viele Unternehmen selbst Lagerkapazit\u00e4ten in Jena schaffen wollen, um ben\u00f6tigte Materialien und Vorprodukte selbst vorr\u00e4tig zu haben und somit Produktionssicherheit zu erlangen\u201c, wei\u00df Patrick Werner. So stieg die Nachfrage nach Fl\u00e4chen f\u00fcr die technische Vorproduktion \u2013 sogenannte \u201eLight Industrial\u201c-Fl\u00e4chen \u2013 ab 2020 stark an. Gleichzeitig bleiben die Firmen aber international orientiert und Teil der globalen M\u00e4rkte und Wertsch\u00f6pfungsketten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Ein weiterer Trend ist der Zuwachs im Bereich Life Sciences, also Biomedizin, Pharma, Medizintechnik und Biotechnologie. Hier ist in 2021 die Nachfrage nach Laborfl\u00e4chen sprunghaft angestiegen; die gesamte Branche sei laut Werner ein immenser Wachstumsmarkt: \u201eDie Palette medizinischer Produkte aus Jena reicht von Analytik und Diagnostik \u00fcber klassische Medikamentenherstellung bis zu Laborautomation und Lasertherapie.\u201c Um Angebot und Nachfrage in diesem Marktsegment transparent zu machen, wird JenaWirtschaft im Dezember erstmals einen eigenen Laborfl\u00e4chenbericht herausgeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Die Investitionen am Standort Jena ver\u00e4ndern sich also; Jena bleibt aber auch in Zeiten wirtschaftlicher Unw\u00e4gbarkeiten ein robuster Investitionsstandort. \u201eDie enge Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft mit den forschungsstarken Hochschulen und Instituten und die hohe Quote an Akademiker:innen bleiben wichtige Standortfaktoren, besonders f\u00fcr zukunftssichere Branchen wie Gesundheitstechnologie oder Digitalwirtschaft\u201c, res\u00fcmiert Wilfried R\u00f6pke. Dazu m\u00fcssen Verwaltung und Politik die Bedarfe der Unternehmen im Auge behalten und wirtschafts- und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen gestalten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Bueromarktbericht_2021_Symbolbild_Foto_JenaWirtschaft_TinaPeissker-scaled-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5224\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Bueromarktbericht_2021_Symbolbild_Foto_JenaWirtschaft_TinaPeissker-scaled-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Bueromarktbericht_2021_Symbolbild_Foto_JenaWirtschaft_TinaPeissker-scaled-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Bueromarktbericht_2021_Symbolbild_Foto_JenaWirtschaft_TinaPeissker-scaled-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Bueromarktbericht_2021_Symbolbild_Foto_JenaWirtschaft_TinaPeissker-scaled-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Bueromarktbericht_2021_Symbolbild_Foto_JenaWirtschaft_TinaPeissker-scaled-1-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Bueromarktbericht_2021_Symbolbild_Foto_JenaWirtschaft_TinaPeissker-scaled-1-650x433.jpg 650w, https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Bueromarktbericht_2021_Symbolbild_Foto_JenaWirtschaft_TinaPeissker-scaled-1-1320x880.jpg 1320w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">B\u00fcrofl\u00e4che in Jena war 2021 stark nachgefragt. Der Leerstand war gering wie nie. (Foto: JenaWirtschaft\/ Tina Pei\u00dfker)<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Jena, 08.11.2022) Jena bleibt f\u00fcr Unternehmen und Investoren:innen ein attraktiver Standort und die Nachfrage nach B\u00fcrofl\u00e4chen ist auch im Krisenjahr 2021 hoch. 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