{"id":3774,"date":"2022-11-09T21:30:04","date_gmt":"2022-11-09T20:30:04","guid":{"rendered":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/?p=3774"},"modified":"2023-07-21T18:00:30","modified_gmt":"2023-07-21T16:00:30","slug":"energiekrise-rezession-in-leipzig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/?p=3774","title":{"rendered":"Aktuelle Energiekrise: Rezession in Leipzig"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading has-black-color has-text-color\"><strong>+++ Gesch\u00e4ftsaussichten stu\u0308rzen ab +++ Personalbestand noch stabil +++ Investitionsplanungen stark ru\u0308ckl\u00e4ufig +++ Unternehmensertr\u00e4ge sinken +++<\/strong><\/h5>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/ihk-leipzig.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2549\" width=\"317\" height=\"68\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/ihk-leipzig.png 634w, https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/ihk-leipzig-300x64.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 317px) 100vw, 317px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">(Leipzig, 10.11.22) Dies zeigen die Ergebnisse der Konjunkturbefragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig im Herbst 2022, an der sich 513 Unternehmen aller Branchen und Gr\u00f6\u00dfenklassen mit insgesamt mehr als 27.000 Besch\u00e4ftigten beteiligt haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Kristian Kirpal, Pr\u00e4sident der IHK zu Leipzig: \u201eDie kriegsbedingten Versorgungsprobleme mit Energie und Rohstoffen haben in den vergangenen Monaten viele Unternehmen an ihre \u00e4u\u00dfersten Belastungsgrenzen getrieben. Kostenbedingte Produktionseinschr\u00e4nkungen sind an der Tagesordnung, und es u\u0308berrascht nicht, dass mit zunehmendem Pessimismus in die Zukunft geblickt wird. Die bereits von der Politik beschlossenen Vorhaben zur D\u00e4mpfung der Energiepreise sind ein erster, jedoch unzureichender Schritt, um die Wirtschaft zu entlasten. Die Bundesregierung setzt auf kurzfristige Ma\u00dfnahmen, die jedoch eine u\u0308berzeugende und mittelfristige Strategie vermissen lassen. Dabei braucht es gerade jetzt Planungssicherheit fu\u0308r die n\u00e4chsten zwei bis drei Jahre. Anderenfalls wird das unternehmerische Risiko unkalkulierbar. Es droht eine Welle an Insolvenzen und Gesch\u00e4ftsaufgaben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Geplante Gro\u00dfprojekte und Investitionen in unserer Wirtschaftsregion, wie beispielsweise in der Automobilindustrie oder durch die Ansiedelung des Gro\u00dfforschungszentrums fu\u0308r Chemie-Transformation in Delitzsch sind Lichtblicke in diesen schwierigen Zeiten. Um gest\u00e4rkt und mit Zuversicht aus der Krise hervorzugehen, bedarf es aber der intensiven und produktiven Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\"><strong>Lage<\/strong>: Das wirtschaftliche Umfeld hat sich seit der Fru\u0308hjahrsumfrage spu\u0308rbar verschlechtert. Nach wie vor belasten Lieferkettenprobleme die globalen Wertsch\u00f6pfungsketten. Deutlich gestiegen sind seitdem vor allem die Energiekosten, welche wiederum die Betriebs- und Produktionskosten in die H\u00f6he schnellen lie\u00dfen. In u\u0308ber 40 Prozent der Unternehmen verschlechterte sich die Ertragslage. Der Lage-Saldo fiel um 13 auf 17 Prozentpunkte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\"><strong>Erwartungen<\/strong>: Die aktuelle Energiekrise l\u00e4sst in Verbindung mit Kostenexplosion und Materialengp\u00e4ssen die Gesch\u00e4ftsaussichten der gewerblichen Wirtschaft dramatisch einbrechen. Die Verunsicherung der Unternehmen ist so gro\u00df wie nie zuvor. Fast die H\u00e4lfte der Betriebe rechnet mit einer Verschlechterung ihrer gesch\u00e4ftlichen Situation. Der Prognose-Saldo stu\u0308rzt von -7 auf -39 Prozentpunkte und damit unter das Niveau zu Beginn der Corona-Pandemie. In allen Wirtschaftsbereichen u\u0308berwiegen die negativen Erwartungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\"><strong>Investitionen<\/strong>: Nachdem die Unternehmen ihre Investitionsplanungen bereits im Fru\u0308hjahr nach unten korrigiert haben, ist nunmehr ein weiterer Ru\u0308ckgang der Investitionsbereitschaft zu beobachten. Der Investitionssaldo f\u00e4llt um 21 auf -16 Prozentpunkte. Viele Unternehmen halten sich mit Blick auf die ungu\u0308nstigen bzw. unsicheren Wirtschaftsperspektiven mit ihren Investitionen zuru\u0308ck. Damit steigt die schon infolge der Corona-Pandemie entstandene Investitionslu\u0308cke weiter an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\"><strong>Personal:<\/strong> Die Personalplanungen der Unternehmen geben nunmehr ebenfalls nach \u2013 die Einstellungsbereitschaft sinkt. Aufgrund des ausgepr\u00e4gten Personal- und Fachkr\u00e4ftemangels und der gro\u00dfen Zahl an unbesetzten Stellen du\u0308rfte sich die Zahl der Besch\u00e4ftigten in der gewerblichen Wirtschaft insgesamt dennoch nicht verringern, sondern eher auf dem derzeitigen Stand stabilisieren. Gut die H\u00e4lfte der Firmen meldet aktuell offene Stellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\"><strong>Risiken<\/strong>: Mit dem Stopp der russischen Erdgaslieferungen hat sich die Lage auf dem Energiemarkt weiter zugespitzt. Die Energiepreise sind weiter gestiegen, so dass dieser Faktor nach wie vor mit gro\u00dfem Abstand das gr\u00f6\u00dfte Risiko (84 Prozent) fu\u0308r die Unternehmen darstellt. Auf den R\u00e4ngen 2 bis 4 folgen unver\u00e4ndert die Faktoren Entwicklung der Kraftstoff- und der Rohstoffpreise sowie die Entwicklung der Arbeitskosten. Der Fachkr\u00e4ftemangel steht weiterhin an fu\u0308nfter Stelle. Aufgrund der abflauenden Konjunkturentwicklung spielen auch die ru\u0308ckl\u00e4ufigen Auftragseing\u00e4nge aus dem Inland wieder eine st\u00e4rkere Rolle bei der Risikobewertung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\"><strong>\u00dcberblick zu den einzelnen Wirtschaftsbereichen<\/strong><br><strong>Industrie<\/strong>: Die Energiekrise hat sich in den vergangenen Monaten zum Hauptproblem fu\u0308r den Industriesektor entwickelt. Dadurch hat sich die Gesch\u00e4ftslage der Unternehmen \u2013 trotz vielfach gut gefu\u0308llter Auftragsbu\u0308cher \u2013 erheblich eingetru\u0308bt. Noch drastischer gehen jedoch die Gesch\u00e4ftsaussichten zuru\u0308ck. Die Unternehmenserwartungen erreichen den schlechtesten Wert seit Beginn der IHK-Konjunkturbefragung im Jahre 1991. Dies deutet auf eine schwere Rezession fu\u0308r die Branche in den kommenden Monaten hin. Die explodierenden Energiepreise und die hohen Produktionskosten gef\u00e4hrden die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Unternehmen massiv.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\"><strong>Baugewerbe<\/strong>: Die Lage der Bauwirtschaft hat sich weiter verschlechtert. Die Preise fu\u0308r Baumaterialien bewegen sich auf einem historisch hohen Niveau, was wiederum die Baupreise in die H\u00f6he treibt. Die Versorgungsprobleme mit Baustoffen bzw. -materialien, ebenso wie der Arbeits- und Fachkr\u00e4ftemangel sind unver\u00e4ndert gro\u00df. Daru\u0308ber hinaus sind auch die Bauzinsen kr\u00e4ftig gestiegen. Auch wenn ein hohes Potenzial bei der Baunachfrage besteht, sind die aktuellen Rahmenbedingungen fu\u0308r gewerbliche und \u00f6ffentliche Investitionen \u00e4u\u00dferst ungu\u0308nstig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\"><strong>Dienstleistungen<\/strong>: Nach einem Zwischenhoch spu\u0308ren die Dienstleistungsunternehmen die schlechter werdenden konjunkturellen Rahmenbedingungen immer st\u00e4rker. Auftragseing\u00e4nge und Ums\u00e4tze befinden sich in vielen Firmen im Abw\u00e4rtstrend. Noch deutlicher geben jedoch die Gesch\u00e4ftsaussichten Anlass zur Sorge. Diese fallen auf den tiefsten Stand seit 2009 und lassen befu\u0308rchten, dass sich die gesch\u00e4ftliche Situation fu\u0308r viele Unternehmen weiter zuspitzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\"><strong>Einzelhandel<\/strong>: Die Situation der Einzelh\u00e4ndler ist angespannt. In vielen Unternehmen sinken aufgrund hoher Energiekosten die Gewinnmargen und die Gesch\u00e4ftserwartungen lassen keine Besserung erkennen. Im Gegenteil: Diese befinden sich geradezu im freien Fall und erreichen den niedrigsten Stand seit 2002. Nach den beiden harten Corona-Jahren mangelt es vielen Einzelh\u00e4ndlern an finanziellen Ru\u0308cklagen, um die Energiepreisentwicklung aufzufangen. Weiterhin vermindert der starke Preisauftrieb das verfu\u0308gbare Einkommen der privaten Haushalte nachhaltig, so dass Umsatzru\u0308ckg\u00e4nge bereits vorprogrammiert sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\"><strong>Gro\u00dfhandel<\/strong>: Auch der Gro\u00dfhandel kann sich der konjunkturellen Abw\u00e4rtsbewegung nicht entziehen. Zwar war die Umsatzentwicklung zuletzt noch zufriedenstellend, jedoch belasten die steigenden Kosten die Unternehmen immer st\u00e4rker und gef\u00e4hrden die Liquidit\u00e4t. Mit Blick auf die anhaltend gest\u00f6rten Lieferketten und die schlechte Konjunkturentwicklung rechnen die Gro\u00dfh\u00e4ndler zuku\u0308nftig mit ru\u0308ckl\u00e4ufigen Auftr\u00e4gen aus dem privaten und den \u00f6ffentlichen Bereichen. Die Prognosen fallen daher wesentlich skeptischer aus als bisher.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\"><strong>Verkehrsgewerbe<\/strong>: Im Verkehrs- und Logistikgewerbe erfolgte der drastische Stimmungseinbruch bereits im Fru\u0308hjahr, als die Kraftstoffpreise rasant in die H\u00f6he schnellten. Die aktuelle Lage hat sich nun auf niedrigem Niveau stabilisiert; die Aussichten bleiben jedoch weiter tru\u0308be. Angesichts der wirtschaftlichen Gesamtsituation befu\u0308rchten die Unternehmen ru\u0308ckl\u00e4ufige Auftragseing\u00e4nge und Ums\u00e4tze. Ebenso dru\u0308cken die Rekordpreise fu\u0308r Diesel und AdBlue sowie die gestiegenen Lohnkosten auf die Gewinnmargen. Auch der anhaltende Fachkr\u00e4ftemangel beeintr\u00e4chtigt vielerorts die Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\"><strong>Gast- und Tourismusgewerbe:<\/strong> Erwartungsgem\u00e4\u00df hat sich die Lage im Gast- und Tourismusgewerbe im Sommerhalbjahr aufgrund h\u00f6herer G\u00e4stezahlen wieder aufgehellt. Trotz Umsatzzuw\u00e4chsen schm\u00e4lerten jedoch die gestiegenen Kosten fu\u0308r Energie und Nahrungsmittel die Ertr\u00e4ge. Die Gesch\u00e4ftserwartungen liefern keine Anzeichen fu\u0308r eine Entspannung der Lage, denn die Unternehmen sind zeitgleich mit explodierenden Kosten in den Bereichen Energie, Lebensmittel und Personal (Erh\u00f6hung Mindestlohn) konfrontiert. Hinzu kommen sinkende Konsumausgaben der privaten Verbraucher. Die Branche bleibt im Krisenmodus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Detaillierte Ergebnisse zu den einzelnen Wirtschaftsbereichen sowie gesonderte Auswertungen fu\u0308r die Landkreise Nordsachsen und Leipzig finden Sie online unter: <a href=\"http:\/\/www.leipzig.ihk.de\/konjunktur\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">www.leipzig.ihk.de\/konjunktur<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\"><em>Den Konjunkturreport des IHK-Bezirks Leipzig finden Sie als pdf-Dokument <a href=\"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Konjunkturreport_HE2022.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">hier.<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>+++ Gesch\u00e4ftsaussichten stu\u0308rzen ab +++ Personalbestand noch stabil +++ Investitionsplanungen stark ru\u0308ckl\u00e4ufig +++ Unternehmensertr\u00e4ge sinken +++ (Leipzig, 10.11.22) Dies zeigen die Ergebnisse der Konjunkturbefragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig im Herbst 2022, an der sich 513 Unternehmen aller <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/?p=3774\">[ . . . ]<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3774","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3774","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3774"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3774\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5223,"href":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3774\/revisions\/5223"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3774"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3774"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3774"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}