{"id":4672,"date":"2023-05-16T14:55:31","date_gmt":"2023-05-16T12:55:31","guid":{"rendered":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/?p=4672"},"modified":"2023-07-02T10:08:01","modified_gmt":"2023-07-02T08:08:01","slug":"konjunkturumfrage-der-saechsischen-ihks-im-fruehjahr-2023risiken-fuer-die-wirtschaft-bleiben-bestehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/?p=4672","title":{"rendered":"Fr\u00fchjahrsumfrage der s\u00e4chsischen IHK&#8217;s: Risiken f\u00fcr die Wirtschaft bleiben bestehen"},"content":{"rendered":"\n<p>Gegen\u00fcber der Konjunkturbefragung zum Jahresbeginn 2023 hat sich die Stimmung in der s\u00e4chsischen Wirtschaft insgesamt aufgehellt. So haben sich die Gesch\u00e4ftslage der Unternehmen geringf\u00fcgig und die Gesch\u00e4ftserwartungen etwas st\u00e4rker verbessert. Damit steigt auch der IHK-Gesch\u00e4ftsklimaindex nach seinem Absturz im Herbst 2022 zum zweiten Mal in Folge auf nunmehr 111 Punkte.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-medium is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Logo_Saechsische_IHKs-300x66.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4680\" width=\"300\" height=\"66\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Logo_Saechsische_IHKs-300x66.jpg 300w, https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Logo_Saechsische_IHKs-1024x226.jpg 1024w, https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Logo_Saechsische_IHKs-768x170.jpg 768w, https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Logo_Saechsische_IHKs-650x143.jpg 650w, https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Logo_Saechsische_IHKs.jpg 1069w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Trotz dieser positiven Entwicklung sind die Aussichten der s\u00e4chsischen Unternehmen immer noch verhalten. Die Rezessions\u00e4ngste lassen zwar weiter nach, ein nachhaltiger konjunktureller Aufschwung ist daraus jedoch nicht abzuleiten. Die Konjunkturrisiken sind nach wie vor erheblich. Weiterhin belasten die Folgen des Krieges in der Ukraine, die massiv gestiegenen Energie- und Materialpreise, ebenso wie die steigenden Arbeitskosten und die hohe Inflation die s\u00e4chsischen Unternehmen stark.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der s\u00e4chsischen Industrie- und Handelskammern, die im April 2023 durchgef\u00fchrt wurde, basieren auf den Antworten von 1.623 Unternehmen mit nahezu 85.000 Besch\u00e4ftigten aller Wirtschaftsbereiche.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:11px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"507\" src=\"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Diagramm-Konjunkturumfrage_-Fruehjahr-2023-1-1024x507.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4886\" srcset=\"https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Diagramm-Konjunkturumfrage_-Fruehjahr-2023-1-1024x507.jpg 1024w, https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Diagramm-Konjunkturumfrage_-Fruehjahr-2023-1-300x148.jpg 300w, https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Diagramm-Konjunkturumfrage_-Fruehjahr-2023-1-768x380.jpg 768w, https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Diagramm-Konjunkturumfrage_-Fruehjahr-2023-1-650x322.jpg 650w, https:\/\/wirtschaftspost-online.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Diagramm-Konjunkturumfrage_-Fruehjahr-2023-1.jpg 1099w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gesch\u00e4ftslage und Erwartungen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Gesch\u00e4ftslage der s\u00e4chsischen Unternehmen hat sich in den vergangenen Monaten leicht verbessert. Die anhaltende konjunkturelle Schw\u00e4che bremst aber einen starken Aufschwung. Der Lagesaldo klettert um vier auf 29 Punkte. Mit Blick auf die Wirtschaftsbereiche ist einzig im Baugewerbe ein R\u00fcckgang zu beobachten. Aufgrund des anhaltend hohen Kostendrucks hat sich jedoch die Ertragslage wieder etwas eingetr\u00fcbt. Der Saldo sinkt von 36 auf 30 Punkte.<br>Hinsichtlich ihrer finanziellen Situation berichten aktuell 23 Prozent der Unternehmen von Eigenkapitalr\u00fcckg\u00e4ngen und 16 Prozent von Liquidit\u00e4tsengp\u00e4ssen. Jeweils 10 Prozent beklagen eine hohe Fremdkapitalbelastung sowie zunehmende Forderungsausf\u00e4lle. Einen erschwerten Zugang zu Fremdkapital melden 8 Prozent und ein Prozent der Betriebe bef\u00fcrchtet eine drohende Insolvenz.<\/p>\n\n\n\n<p>St\u00e4rker als die Lagebeurteilungen legen die Gesch\u00e4ftserwartungen der s\u00e4chsischen Be-triebe zu. Vor allem der Anteil der pessimistischen Stimmen ging deutlich von 32 auf 23 Prozent zur\u00fcck. Der Anteil der Betriebe mit positiven Gesch\u00e4ftsaussichten steigt von 15 auf 19 Prozent. Im Ergebnis klettert der Prognosesaldo um 13 auf nunmehr -4 Punkten. Damit liegt der Saldo immerhin 40 Punkte \u00fcber dem Tiefpunkt vom Herbst 2022 und 12 Punkte \u00fcber dem Vorjahresstand. Bei unver\u00e4ndert schwierigen Rahmenbedingungen l\u00e4sst das verbesserte Ergebnis dennoch nur ein eher schwaches Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr erwarten.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:11px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Branchen\u00fcberblick<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>In der s\u00e4chsischen Industrie hat sich die Gesch\u00e4ftslage gegen\u00fcber dem Jahresbeginn nicht ver\u00e4ndert. Die Gesch\u00e4ftserwartungen k\u00f6nnen dagegen zulegen und entfernen sich weiter vom letztj\u00e4hrigen Stimmungstief im Herbst. Der Prognosesaldo verfehlt mit -1 Punkt nur knapp die Nulllinie. Die nach wie vor zur\u00fcckhaltenden Aussichten lassen insgesamt nur auf ein geringes Industriewachstum schlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im s\u00e4chsischen Baugewerbe setzt sich der Abw\u00e4rtstrend weiter fort. Insbesondere die Entwicklung der Auftragseing\u00e4nge zeigt deutlich nach unten. Entsprechend skeptisch fallen die Gesch\u00e4ftserwartungen f\u00fcr die kommenden Monate aus. Mit -26 Punkten ist der Prognosesaldo im Bau nunmehr der schlechteste unter allen betrachteten Wirtschaftsbereichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Erheblich besser ist der Konjunkturverlauf im s\u00e4chsischen Dienstleistungsgewerbe. Der Saldo aus guten und schlechten Beurteilungen steigt kr\u00e4ftig auf aktuell 47 Punkte, dem mit Abstand besten Wert aller Wirtschaftsbereiche. Auch die Gesch\u00e4ftsaussichten sind mit einem Saldo von 7 Punkten am zuversichtlichsten und lassen ein weiteres Wachstum erwarten.<\/p>\n\n\n\n<p>Leicht verbessert sind auch die Lageeinsch\u00e4tzungen im s\u00e4chsischen Handel. Jedoch zeigt die Ertragsentwicklung nach unten. Der immense Kostendruck l\u00e4sst die Preise im Handel \u2013 speziell bei Lebensmitteln \u2013 immer weiter steigen. Die hohe Inflation dr\u00fcckt die Anschaffungsneigung der Verbraucher, so dass die Gesch\u00e4ftserwartungen vor allem im Einzelhandel (Saldo: -20 Punkte) weiterhin sehr zur\u00fcckhaltend ausfallen. Dagegen sind die Aussichten im Gro\u00dfhandel (Saldo: -3 Punkte) deutlich g\u00fcnstiger.<\/p>\n\n\n\n<p>Im s\u00e4chsischen Verkehrsgewerbe hat sich die Lage in den vergangenen Monaten ebenfalls leicht aufgehellt. Die Kraftstoffpreise haben die H\u00f6chstst\u00e4nde des vergangenen Jahres hinter sich gelassen, bleiben aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Konjunkturelle Impulse sind dagegen kaum zu erkennen. Entsprechend verhalten beurteilen die Verkehrsunternehmen ihre zuk\u00fcnftige Gesch\u00e4ftsentwicklung. Trotz Verbesserung liegt der Prognosesaldo mit -22 Punkten immer noch tief im negativen Bereich.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch im s\u00e4chsischen Gast- und Tourismusgewerbe hat sich die Situation verbessert. Mit 13 Punkten erreicht der Lagesaldo den h\u00f6chsten Wert seit Beginn der Corona-Pandemie. Die Umsatzentwicklung verlief positiv, jedoch schm\u00e4lern die hohen Kosten die Ertr\u00e4ge vieler Be-triebe. Ihre Gesch\u00e4ftsaussichten bewerten die Tourismusbetriebe ebenfalls g\u00fcnstiger als zuletzt. Die angespannte Personalsituation hemmt jedoch die Wachstumsperspektiven der Branche zunehmend.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Investitionen, Besch\u00e4ftigung, Risiken<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Investitionsbereitschaft in der s\u00e4chsischen Wirtschaft bleibt nach wie vor schwach. 19 Prozent der Unternehmen mit steigenden stehen 24 Prozent mit sinkenden Investitionsausgaben gegen\u00fcber. Der Saldo von -5 Punkten bleibt somit negativ. Die verhaltenen Konjunkturaussichten sowie gestiegene Finanzierungskosten d\u00e4mpfen die Investitionst\u00e4tigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Personalplanungen fallen zur\u00fcckhaltend aus. Aufgrund der schwachen Konjunktur und des angespannten Besch\u00e4ftigungsmarktes gehen nur 18 Prozent von einem Mitarbeiterzuwachs in den kommenden Monaten aus. 17 Prozent rechnen mit einem Personalr\u00fcckgang. Damit d\u00fcrften sich auch die Besch\u00e4ftigtenzahlen der gewerblichen Wirtschaft insgesamt nur geringf\u00fcgig ver\u00e4ndern. Am ehesten ist noch ein leichter Personalzuwachs im Dienstleistungsgewerbe zu erwarten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Blick auf das Risikoradar der s\u00e4chsischen Wirtschaft zeigt, dass weiterhin eine Vielzahl von Faktoren die gesch\u00e4ftliche Entwicklung beeintr\u00e4chtigen. Der meistgenannte Risikofaktor bleibt nach wie vor die Entwicklung der Energiepreise. Gut zwei Drittel der Unternehmen sehen darin ein gesch\u00e4ftliches Risiko. Wie schon zum Jahresbeginn folgen unver\u00e4ndert auf den R\u00e4ngen 2 und 3 die Entwicklung der Arbeitskosten (62 Prozent) und der Fachkr\u00e4ftemangel (58 Prozent).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegen\u00fcber der Konjunkturbefragung zum Jahresbeginn 2023 hat sich die Stimmung in der s\u00e4chsischen Wirtschaft insgesamt aufgehellt. 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