Kompakter elektrischer Antrieb gewinnt IQ-Innovationspreis

(26.06.2020) Bei der gestrigen Online-Preisverleihung hat die Landeshauptstadt Magdeburg den Gewinner des IQ-Innovationspreises Magdeburg bekanntgegeben. Er ging an das Gründungsprojekt „Smela“ der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Bei der Innovation handelt es sich um einen kompakten, elektrischen Antrieb, der die automatisierte Produktion effizienter und nachhaltiger macht.

In der Produktion müssen Dinge bewegt, fixiert oder verschoben werden. Normalerweise geschieht das durch Stößel, die mit Druckluft betrieben werden. Das von „Smarte Elektrische Antriebe (Smela)“ entwickelte System verzichtet vollständig auf Druckluft und setzt auf einen elektrischen Antrieb. Das leistungsstarke Gerät ist bis zu siebenmal kleiner als bisherige Systeme und verbraucht 75 Prozent weniger Energie als sein Vorgänger.

„Das Gründungsprojekt ‚Smela‘ ist ein hervorragendes Beispiel, dass das Zusammenwirken von Forschung und Wirtschaft in Magdeburg gelingt und beeindruckende, zukunftsorientierte Innovationen hervorbringt“, resümiert der Wirtschaftsbeigeordnete Rainer Nitsche bei seiner Laudatio per Videobotschaft. „Das ausgezeichnete Vorhaben steigert nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern stärkt auch den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort insgesamt“, so Nitsche weiter.

Insgesamt sind 15 Bewerbungen für den IQ-Innovationspreis Magdeburg eingegangen. Ausgelobt wurde er von der Landeshauptstadt Magdeburg, vertreten durch das Wirtschaftsdezernat. Preisstifter des Gewinns in Höhe von 5.000 Euro sind neben der Landeshauptstadt Magdeburg auch die G + E GETEC Holding GmbH. Die Preisverleihung fand am Donnerstagabend aufgrund der aktuellen Situation erstmals als virtuelles Live-Event statt. Entstanden ist dabei eine eigene TV-Sendung, in der die Gewinner*innen live gekürt wurden. Im Rahmen der Online-Preisverleihung wurden neben dem lokalen IQ-Innovationspreis Magdeburg auch der Sieger des IQ-Gesamtpreises, die Sieger*innen aus den fünf mitteldeutschen Clustern sowie die Gewinner*innen der lokalen IQ-Wettbewerbe in Leipzig und Halle (Saale) bekanntgegeben.

Über den IQ-Innovationspreis Magdeburg

Der auf lokaler Ebene durchgeführte IQ-Innovationspreis Magdeburg ist eingebettet in der Dachmarke „IQ Innovationspreis Mitteldeutschland“, der jährlich von der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland ausgetragen wird. Auch die Städte Leipzig und Halle (Saale) vergeben einen lokalen Preis. Durch den Wettbewerb sollen neuartige marktfähige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zur Steigerung von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft gefördert werden. Gleichzeitig dient er den Bewerber*innen als Plattform, um die Innovation einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Bewerber*innen des IQ-Innovationspreises Magdeburg nehmen automatisch am IQ-Innovationspreis Mitteldeutschland teil.
Weitere Informationen: www.iq-mitteldeutschland.de

Über die Innovation „Smela“

In der industriellen Fertigung, der Verpackungsindustrie oder der Logistik – überall werden Dinge automatisch bewegt, festgehalten oder verschoben. Dafür setzt man kleine Antriebe ein, aus denen ein Stößel gradlinig wie ein Finger herauskommt, um ein Bauteil von A nach B zu schieben oder zu fixieren. Um schnelle Bewegungen und große Kraft zu erreichen, werden die Stößel normalerweise mit Druckluft angetrieben. Das verbraucht Strom, Luft muss über Leitungen zugeführt werden, die Wartung ist komplex und die Lärmbelastung hoch. Vor allem verlieren diese Anlagen auf dem Weg bis zu 95 Prozent der Energie.

„Smela“ hat als Alternative ein kompaktes System entwickelt, das mit seinem elektrischen Antrieb auf Druckluft verzichtet. Intelligente Algorithmen steuern die benötigte Kraft und Bewegung, die damit optimal und materialschonend eingesetzt werden. Das System kommt mit 75 Prozent weniger Energie als Druckluftsysteme aus, weil nichts über Luftleitungen verloren geht. Das leistungsstarke Gerät ist dabei bis zu siebenmal kleiner als bisherige Systeme und kann problemlos ohne weitere Infrastruktur in bestehende Produktionstechnik integriert werden. Durch die kompakte Bauweise und die intelligente Software ist das System nicht nur in der Industrie 4.0 einsetzbar, sondern auch für Smart-Home-Anwendungen interessant. Die Technik wird derzeit in Apothekenautomaten getestet und soll im Herbst 2020 auf den Markt kommen.
Weitere Informationen: www.smela.co/