Arbeitsagentur: Analyse zu systemrelevanten Berufen und Home-Office-Potenzial

(08.03.2021) Pünktlich zum Internationalen Frauentag 2021 hat das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) im Auftrag der Agentur für Arbeit eine geschlechtsspezifische Bestandsaufnahme für Sachsen-Anhalt veröffentlicht. „Frauen sind von der Corona-Krise weitaus stärker betroffen, als dies in früheren Krisen der Fall war.“ lautet ein Fazit der Analyse.

Bereits am 5. März hatte die Agentur für Arbeit eine Online-Pressekonferenz zum Thema anberaumt, die leider nicht als Video zur Verfügung steht.
Zusammen mit dem Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt und dem Landesfrauenrat gab es Informationen zur aktuellen Arbeitsmarktsituation und zur Rolle der Frauen in der Arbeitswelt.

Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne: „Wir brauchen einen geschlechterspezifischen Blick auf die Auswirkungen der Krise. Ich bin daher für die vorgelegten Analysen sehr dankbar. Frauen sind je nach Profession und Lebenssituation sehr unterschiedlich betroffen: als Pflegefachkräfte sind sie seit einem Jahr im Dauereinsatz. Als Kosmetikerinnen seit Wochen im Lockdown ohne Arbeitsmöglichkeit. Als Sachbearbeiterinnen im Homeoffice, oft mit der Zusatzanforderung, das Homeschooling mit organisieren zu müssen. „Die Frauen“ in der Krise gibt es nicht so wie es „die Frauen“ in der Gesellschaft gibt. Aber es gibt viele Frauen, die im vergangenen Jahr große Mehrbelastungen schultern und große Probleme bewältigen mussten. Insbesondere gilt das für Alleinerziehende.“ 

„Besonders Frauen leisten in der aktuellen Krise einen immensen Beitrag für die Gesellschaft“, sagt Annett Kannenberg-Bode, Vorstand Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt. „Sie tragen derzeit die Hauptlast. Frauen leisten das Mehr an Sorgearbeit, gleichzeitig haben sie weniger Erwerbseinkommen und sind damit akut von Altersarmut bedroht. Es sind Frauen, die überwiegend in den systemrelevanten Berufen arbeiten und in anderen Branchen wie dem Einzelhandel und der Gastronomie besonders stark vom Arbeitsplatzverlust betroffen sind. Dennoch werden sie in Krisensituationen selten an Entscheidungsprozessen beteiligt. Hier gibt es dringenden Nachholbedarf. Entscheidungen die Pandemie betreffend können daher nicht ohne die Expertise von Frauen getroffen werden.“ 

„In Sachsen-Anhalt arbeitet rund ein Drittel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den sogenannten systemrelevanten Berufen,“ ergänzt Markus Behrens, Chef der Arbeitsagenturen in Sachsen-Anhalt. „Diese werden zu über 60 Prozent von Frauen ausgeübt. Die geschlechtsspezifische Ausprägung nach Branchen und Tätigkeiten ist auffällig und hat Konsequenzen. Das hat die Analyse sehr gut herausgearbeitet.“


Die Komplette Studie liegt auf den IAB-Interneteiten und steht unter folgender Adresse zur Verfügung:

www.iab.de/245/section.aspx/Publikation/K210226H2F