BVMW-Reaktion auf Konjunkturpaket der Bundesregierung

(04.06.2020) BVMW: „Das Konjunkturpaket lindert kurzfristig die Folgen der Coronakrise für Betriebe und Bürger – allerdings um den Preis hoher Risiken und schwerer Nebenwirkungen. Zu den klaren Pluspunkten gehören die Liquiditätshilfen für kleine und mittlere Unternehmen, gerade für das hart getroffene Gastgewerbe oder die Messe- und Veranstaltungsbranche. Ebenso sind die geplanten steuerlichen Erleichterungen für Investitionen, wie die degressive Abschreibung und der steuerliche Verlustrücktrag, aus Sicht des Mittelstands eindeutig zu begrüßen …“

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CORONAVIRUS: Konjunkturpaket der Bundesregierung

Magdeburg, 04.06.2020. Das Konjunkturpaket lindert kurzfristig die Folgen der Coronakrise für Betriebe und Bürger – allerdings um den Preis hoher Risiken und schwerer Nebenwirkungen. Zu den klaren Pluspunkten gehören die Liquiditätshilfen für kleine und mittlere Unternehmen, gerade für das hart getroffene Gastgewerbe oder die Messe- und Veranstaltungsbranche. Ebenso sind die geplanten steuerlichen Erleichterungen für Investitionen, wie die degressive Abschreibung und der steuerliche Verlustrücktrag, aus Sicht des Mittelstands eindeutig zu begrüßen.

Wo Licht ist, ist auch Schatten: Die Bundesregierung versäumte es, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nachhaltig zu stärken. Hierzu hätte es der Abschaffung des Solidaritätszuschlags für Alle, des Einstiegs in eine radikale Unternehmenssteuerreform, der Senkung der Stromsteuer und der Abschaffung der Vorfälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge bedurft. Stattdessen ist es bei Einzelmaßnahmen zur Ankurbelung des privaten Konsums geblieben. Kinderbonus und Innovationsprämien bergen das große Risiko, dass lediglich ein teures Strohfeuer entfacht wird. Der Mittelstand braucht Verlässlichkeit und Planungssicherheit für Investitionen und nicht temporäre Kaufanreize, für deren Finanzierung nachfolgende Generationen aufkommen müssen.

Der Mittelstand schafft Arbeit, Einkommen und damit Wohlstand für unser Land. Damit die Wirtschaft gestärkt aus der Krise hervorgehen kann, muss sich der Staat dort zurücknehmen, wo er bisher Wachstum verhindert oder gebremst hat: Die Entlastung der Unternehmen von rund 50 Milliarden Euro Bürokratiekosten und die Förderung von Innovationen durch ein Wagniskapitalgesetz würden den Staat vergleichsweise wenig oder gar nichts kosten, dem Mittelstand und damit uns allen aber viel bringen. Bundestag und Bundesrat wären gut beraten, diese Vorschläge des Mittelstands aufzugreifen.


Der BVMW vertritt im Rahmen seiner Mittelstandsallianz als „Stimme des Mittelstands“ mehr als 900.000 Mitglieder deutschlandweit. über 300 Geschäftsstellen im In- und Ausland setzen sich für die im Verband organisierten Unternehmerinnen und Unternehmer ein. Schwerpunkte der Verbandsarbeit sind die Bildung von Netzwerken, die Organisation von Veranstaltungen und die politische Interessenvertretung. Der BVMW ist die größte freiwillig organisierte Kraft des deutschen Mittelstands. In Sachsen-Anhalt ist der BVMW mit sechs Kreisgeschäftsstellen in den Landkreisen präsent.
Weitere Informationen finden Sie im Web unter www.bvmw.de.

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Freimut Hengst, Herausgeber der WIRTSCHAFTSPOST