Aengevelt-Umfrage: Auswirkungen der Corona-Krise auf die Wohnungswirtschaft

(08.01.2021) Bereits zu Beginn der Corona-Krise schätzte Aengevelt das Wohninvestmentsegment als weitgehend robust und krisenresistent ein. Denn angesichts weiter steigender Bevölkerung und Haushaltszahlen bleibt die Nachfrage nach Mietwohnungen und damit die Nachfrage nach Wohninvestments hoch.

Aengevelt wollte es genauer wissen und hat nach einer ersten Befragung im Sommer 2020 im Dezember erneut Experten aus allen Bereichen der Wohnungswirtschaft zu den Auswirkungen auf ihr Unternehmen befragt. Das Ergebnis: Große Teile der Befragungsteilnehmer rechnen weiterhin mit wirtschaftlichen Einbußen. Allerdings erwarten deutlich weniger als noch im Sommer Forderungsausfälle, dafür eine zügigere Kompensation Corona-bedingter Verluste. Wie bereits im Sommer rechnen zudem nur wenige mit größeren strukturellen Auswirkungen auf ihr Unternehmen.

Auf dem Weg zur Normalität

Unter der Fragestellung “Wie schätzen Sie den Einfluss der Corona-Krise auf Ihr Unternehmen ein?“ konnten die Teilnehmer aus einem Spektrum möglicher Auswirkungen für ihr Unternehmen wählen, wobei Mehrfachantworten möglich waren.
Dazu zählten u.a.:

  • Verlangsamung der Umsatzdynamik
  • Forderungsausfälle
  • Reduzierung des Neugeschäfts
  • Erhöhter Kostenaufwand durch bislang nicht kalkulierte Restart-Investitionen
  • Verlust von Stammkunden
  • Personalabbau

Wenig überraschend: Nach wie vor geht mehr als die Hälfte (52%) der Befragungsteilnehmer von einer abgeschwächten Umsatzdynamik aus. Im Sommer 2020 waren es mit 60% indessen noch deutlich mehr.
Noch markanter ist die Zahl derer gesunken, die mit Forderungsausfällen rechnen, nämlich von 52% auf nun 32%.
Im Sommer erwarteten außerdem 50% eine Reduzierung des Neugeschäfts. In der aktuellen Befragung sind es noch 40%.
Unverändert ist die Einschätzung der Befragungsteilnehmer hinsichtlich eines Personalabbaus in ihrem Unternehmen: Wie im Sommer rechnen damit lediglich 4%.
Ähnlich gering (6%) ist der Anteil der Teilnehmer, die mit einem Verlust von Stammkunden rechnen (Sommer 2020: 4%).
Zudem geht nach wie vor der Großteil der Befragten davon aus, nach der Krise ohne erhöhten Kostenaufwand wieder zum “Normalgeschäft“ zurückkehren zu können: Lediglich knapp ein Viertel (23%) erwarten einen erhöhten Kostenaufwand durch bislang nicht kalkulierte Restart-Investitionen. Im Sommer waren es indessen sogar nur 18%.

Verlust-Kompensation

In einer weiteren Frage wurde um die Einschätzung gebeten, bis wann Corona-bedingte Verluste kompensiert werden können.
Hier zeichnet sich insgesamt eine optimistischere Erwartungshaltung ab: Gingen im Sommer noch mehr als zwei Drittel aller Befragungsteilnehmer (71%) davon aus, dass es länger als 12 Monate dauern wird, diese Verluste zu kompensieren, sind es in der aktuellen Winter-Umfrage nur noch 49%. Zudem rechnen immerhin 20% (Sommer 2020: 12%) sogar damit, dies in weniger als 6 Monaten zu erreichen, während 31% davon ausgehen, dass es zwischen 6 und 12 Monaten dauern wird (Sommer 2020: 17%).

Fazit:

  • Bzgl. der Auswirkungen von Corona rechnet unverändert ein großer Teil der Befragten mit mittel- bis längerfristigen Folgen.
  • Allerdings werden sie – wie bereits im Sommer – auch zum jetzigen Befragungszeitpunkt, also nach Einsetzen der zweiten Welle, nicht als existenzbedrohend betrachtet und deshalb unverändert kaum strukturelle Auswirkungen für Unternehmen erwartet.
  • Insgesamt zeichnet sich zunehmend eine optimistischere Erwartung in der Wohnungswirtschaft ab.

Dazu Dr. Wulff Aengevelt: „Die erneute Aengevelt-Umfrage belegt, dass sich auch die Wohnungswirtschaft nicht der Corona-Krise entziehen kann. Allerdings sind die Perspektiven – im Gegensatz zu anderen Branchen wie z.B. Airlines, Hotels, Einzelhandel – deutlich positiver, so dass kaum jemand einen markanten Personalabbau erwartet. Entsprechend ist in der Wohnungswirtschaft nach der Krise mit einer zügigen Rückkehr zur betrieblichen Normalität zu rechnen.“